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Quentin Tarantino enthüllt seine liebsten Filme der letzten 25 Jahre – und zerreißt "Tribute von Panem" in der Luft

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Andreas Engelhardt

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(Bildquelle: IMAGO / Everett Collection)
Quentin Tarantino stellt sich der Aufgabe, seine liebsten Filme des 21. Jahrhunderts zu wählen – und nutzt den Anlass auch, um erneut gegen "Die Tribute von Panem" zu schießen.

Quentin Tarantino gilt als einer der populärsten und besten Regisseure unserer Zeit. Entsprechend ist es interessant, welche Werke den Kultfilmemacher selbst fesseln, berühren oder zum Lachen bringen. Eine erste Antwort darauf lieferte er jetzt im Podcast "The Bret Easton Ellis Podcast". Dort begann er, seine persönliche Liste der 20 besten Filme des 21. Jahrhunderts vorzustellen (via Variety).

Die Plätze 20 bis 11, die er bislang enthüllte, dürften für etliche bereits einige Überraschungen bereithalten:

Platz 20: "West Side Story" (Steven Spielberg) Platz 19: "Cabin Fever" (Eli Roth) Platz 18: "Moneyball" (Bennett Miller) Platz 17: "Chocolate" (Prachya Pinkaew) Platz 16: "The Devil's Rejects" (Rob Zombie) Platz 15: "The Passion of the Christ" (Mel Gibson) Platz 14: "School of Rock" (Richard Linklater) Platz 13: "Jackass: The Movie" (Jeff Tremaine) Platz 12: "Big Bad Wolves" (Aharon Keshales, Navot Papushado) Platz 11: "Battle Royale" (Kinji Fukasaku)
Tarantinos Faible für Gewaltdarstellungen und obskure B-Movies wird allein aus der ersten Hälfte seiner Top 20 ersichtlich. Überraschend dürfte für einige aber beispielsweise "West Side Story" auf Platz 20 sein. Dazu meinte der Kultregisseur:

"Das ist der Film, bei dem Steven zeigt, dass er es noch draufhat. Ich glaube nicht, dass Scorsese in diesem Jahrhundert einen so aufregenden Film gemacht hat."
Wohl die wenigsten Filmfans hätten getippt, dass sich auch "Jackass: The Movie" in dieser Liste wiederfinden würde. Tarantino lieferte hierzu die folgende Erklärung:

"Ich habe in den letzten 20 Jahren bei keinem Film so gelacht. Ich erinnere mich nicht daran, von Anfang bis Ende so gelacht zu haben, seit Richard Pryor ... Als ich 'Kill Bill' drehte, fand ich den Film so verdammt lustig, dass ich ihn der Crew zeigen musste. Also haben wir eine Kopie organisiert und gemeinsam gesehen – wir haben uns einfach totgelacht."
Welcher von Tarantinos Filmen sein persönliches Meisterwerk ist, verrät euch unser Video:

» Video ansehen: Quentin Tarantino verrät: Dieser Film ist sein Meisterwerk
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Quentin Tarantino nutzt "Battle Royale"-Plädoyer für Attacke gegen Suzanne Collins​


Absolut keine Überraschung ist hingegen die Wahl des japanischen Kultfilms "Battle Royale", schließlich ist Tarantinos Liebe für das Werk hinlänglich bekannt; nicht ohne Grund hätte er in "Battle Royale 2" auch fast den Präsidenten der USA gespielt (via ScreenRant).

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Koushun Takami und erzählt von einer dystopischen Zukunft, in der Schüler*innen von der totalitären japanischen Regierung gezwungen werden, sich gegenseitig zu töten.

Tarantino nutzte diese Gelegenheit, um erneut scharfe Kritik an der "Die Tribute von Panem"-Reihe von Autorin Suzanne Collins zu äußern, deren Handlung er als Plagiat von "Battle Royale" sieht:

"Ich verstehe nicht, warum der japanische Autor Suzanne Collins nicht auf alles verklagt hat, was sie besitzt. Sie haben das verdammte Buch einfach geklaut! Dumme Literaturkritiker*innen schauen sich natürlich keinen japanischen Film namens 'Battle Royale' an, also hat sie keiner dafür zur Rechenschaft gezogen. Sie haben darüber geredet, als wäre es das Originellste, was sie je gelesen hätten. Kaum haben die Filmkritiker*innen dann den Film gesehen, hieß es: 'Was zum Teufel! Das ist einfach 'Battle Royale' in PG (US-Altersbeschränkung, meist synonym mit FSK 12, Anm. d. Red.)!'"
Tarantino hatte aber natürlich auch wieder einmal reichlich Lob für "Battle Royale" übrig. So verriet er, dass er einer der ersten außerhalb Japans war, die "Battle Royale" gesehen haben. Er war damals in Japan, um erste Vorbereitungen für "Kill Bill" zu treffen, als ihn der befreundete Regisseur Fukasaku zu einer privaten Vorführung einlud:

"Ich hatte keine Ahnung, was zur Hölle ich da gleich sehen würde. Und heilige Scheiße! Ich wusste gar nicht, was ich da gerade gesehen hatte. Es war so abgefahren... Drei Monate später war ich beim Seattle Film Festival. 'Battle Royale' sollte um Mitternacht gezeigt werden. Niemand in Amerika hatte den Film bislang gesehen. Ich war bei der Mitternachtsvorführung – das war eine der aufregendsten Vorstellungen überhaupt, während ich auf den Film wartete. Ich wusste, was sie sehen würden. Das würde mehr liefern, als sie ahnten! Sie waren nicht vorbereitet auf das, was da kam. Dieses Wissen zu haben, war Macht."
Die vollständigen Top-10-Filme will Tarantino in der nächsten Folge von "The Bret Easton Ellis Podcast" bekannt geben.

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